Bitte geben Sie Ihr Alter an

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Auch bei banalen Fragen gibt es kleine Fettnäpfchen zu beachten. Ich stelle hier die 3 häufigsten Fehler vor, die ich immer mal wieder in Umfragen sehe, vor allem wenn das Alter abgefragt wird.

Die Frage lautet ja recht schlicht „Bitte geben Sie an wie alt Sie sind“. Sie können das Alter beispielsweise offen abfragen, also mit einem Textfeld, wo das genaue Alter eingetippt wird. Das sind meist 2 Ziffern, dennoch haben manche Befragte dazu keine Lust und offene Fragen haben eher etwas Freiwilliges, d.h. sie werden nicht beantwortet.

Unklare Grenzen

Daher werden meist Intervalle als Antwortvorgaben gesetzt. Vielleicht ist Ihnen bei einer Befragung schon folgendes begegnet:

  • jünger als  20 Jahre
  • 20-30 Jahre
  • 30-40 Jahre
  • 40-50 Jahre
  • älter als 50 Jahre

Befragte mit einem runden Alter können sich das also aussuchen bzw. sie sind etwas ratlos. Richtig und besser ist folgendes:

  • jünger als  20 Jahre
  • 20-29 Jahre
  • 30-39 Jahre
  • 40-49 Jahre
  • 50 Jahre und älter

Es gibt Sie gar nicht

Manchmal werden bestimmte Zahlen schlichtweg vergessen. Wie in diesem Beispiel:

  • jünger als  20 Jahre
  • 20-29 Jahre
  • 30-39 Jahre
  • 40-49 Jahre
  • älter als 50 Jahre

Die korrekte Version werden Sie sicher sofort erkennen.

Sie gehören zum alten Eisen

Wenn Sie eine bestimmte Altersgruppe bei Ihrer Umfrage im Auge haben, lassen Sie es Ihre Befragten nicht spüren. Sie können jeweils im Nachhinein die Auswertung für Ihre gewünschte Zielgruppe machen.

Setzen Sie daher Altersgrenzen so, dass die Befragten nicht gleich sehen was Sie wollen. Und lassen Sie nach oben immer etwas Platz. Niemand möchte in der ältesten Altersgruppe sein, nach der nichts mehr kommt. Folgendes sollten Sie daher vermeiden:

  • jünger als 18 Jahre
  • 18-20 Jahre
  • 21-22 Jahre
  • 23-24 Jahre
  • 25-99 Jahre

Idealerweise vermeiden Sie es auch im Einleitungstext darauf hinzuweisen, dass die Umfrage nur für Leute unter 25 Jahre ist, das könnte Ältere neugierig machen so wie alles „ab 18“ für Jüngere äußerst spannend klingt.

Ähnliche Prinzipien wie bei der Frage nach dem Alter gelten natürlich auch bei anderen Angaben, wo es um Zahlen geht: Anzahl der Kinder, Häufigkeit von Urlaubsreisen oder gebuchten Weiterbildungen. Ein gutes Beispiel ist auch die Frage nach dem Gehalt. Hier machen es vorgegebene Intervalle den Befragten aber auch Ihnen einfacher und es ist etwas verdeckter sich einer Gehaltsgruppe zuzuordnen.  Gehen Sie jeweils Ihre gesetzten Antwortvorgaben durch und prüfen, ob sie in sich stimmig sind.

Total banal?

Aber was soll’s, ist das nicht egal? Damit bricht die Umfrage doch nicht zusammen. Meistens nicht, aber Sie werden eine bestimmte Duftmarke hinterlassen. Ihre Befragten nehmen sich Zeit um Fragen zu beantworten, mit denen Sie arbeiten möchten. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, Sie haben die Umfrage mit heißer Nadel gestrickt, sich also offensichtlich nicht viel Zeit genommen. Und Ihre Befragten – möglicherweise auch Kunden oder potentielle Kunden – fragen sich wie Sie wohl sonst arbeiten und ob Sie sorgfältig sind.

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