Die 3 Säulen einer Befragung

Bild 2270Eine Umfrage ist leicht gemacht, die Basis sollte aber nicht unterschätzt werden, sonst wird es schnell wackelig. Die 3 Säulen sind:

  • Planung
  • Fragebogen
  • Ergebnisse

Die Planung

Die Planung Deiner Umfrage bildet ein wichtiges Fundament, damit Du mit Deinen Ergebnissen tatsächlich etwas anfangen kannst und möglichst viele unliebsame Überraschungen auf dem Weg zum Ziel vermeidest. Bevor Du also loslegst und Fragen formulierst und in die Welt schickst, ist es hilfreich, dass Du Dir selber ein paar Fragen stellst:

Was ist Deine Zielsetzung? D.h. was ist Dein Nutzen, was will Du wissen? Das ist wichtig, damit Du Dich nicht verzettelst sondern Ziel führend Deine Umfrage aufsetzt.

Wer ist Deine Zielgruppe? Eine Unterscheidung dabei ist, ob Du eine Gruppe von festen Adressaten befragen willst oder nicht. Feste Adressaten sind beispielsweise:

  • Deine Kunden
  • Teilnehmer Deines letzten Webinars
  • Deine newsletter Leser
  • Mitglieder eines Vereins oder eines Verbandes

Da diese Gruppe möglicherweise nicht sehr groß ist, musst Du besonders sensibel damit umgehen. Wenn Du einen „schlechte“ Fragebogen an Deine 50 Kunden schickst, dann kannst Du eine Woche später nicht eine neue korrigierte Umfrage starten. Schlimmstenfalls kann man mit einer unklaren Befragung auch seine Kunden vergraulen.

Eine andere Art von Zielgruppe sind Menschen, die bestimmte Merkmale erfüllen, das können sein:

  • Existenzgründer, die sich in den sozialen Medien präsentieren möchten
  • Studienabsolventen, die Schwierigkeiten haben eine Festanstellung zu bekommen
  • Menschen, die sich vegan ernähren, aber nicht gerne selber kochen
  • Frauen, die in Berlin leben und sich beruflich neu orientieren wollen
  • Personaler im Gesundheitsbereich, die mit dem Problem des Fachkräftemangels konfrontiert sind

Hier möglichst genau, aber nicht zu kleinteilig überlegen, wer wirklich die Zielgruppe ist. Wer also Mittelständische Unternehmen ansprechen möchte, sollte überlegen, ob es eine bestimmte Branche ist. Wie ist es mit Regionalität, Unternehmensgröße? Wer ist die Zielperson, d.h. wer soll das Interview ausführen: Geschäftsführer, Entscheider oder Assistent in einer bestimmten Fachabteilung? Dies ist wegen der Qualität der Antworten wichtig, aber auch um der Zielgruppe entsprechend den Fragebogen zu formulieren. Und es muss auch überlegt werden, wie diese Zielgruppe erreicht werden kann.

Was sind Themenbereiche um die es gehen soll? Es ist gut in einem ersten Schritt erstmal alle Themen zu sammeln, die Du gerne abfragen würdest bzw Fragen auf die Du gerne Antworten haben möchtest. Keine Sorge, dass es zu viel wird. In einem nächsten Schritt werden eh Themen gestrichen. Aber wenn Du erstmal alles auf den Tisch legst was interessant sein könnte, übersiehst Du vermutlich nichts Wichtiges.

Achtung: denke noch nicht in Frageformulierungen an die anvisierte Zielgruppe, sondern formuliere in Kladde nur für Dich, was Du wissen willst. Erst in einem nächsten Schritt wird der Fragebogen formuliert.

Es gibt noch viele andere Themen, die bei einigen Arten von Umfragen wichtig sein können: gibt es Termine, gibt es Material, benötigst Du Budget, wie platzierst Du den Fragebogen, wer macht die Auswertung?

Wer sich mit der Planung genauer befassen möchte, kann sich in den E-Mail Verteiler eintragen und bekommt umgehend eine Planungshilfe als gratis Download!

Der Fragebogen

Der Fragebogen sollte auf keinen Fall die Fragen beinhalten, die Du beantwortet haben möchtest. Das ist leider die Krux am Fragebogen, denn es ist so leicht: ich habe Fragen, also stelle ich diese und bekomme Antworten. Aber Du hast schlauerweise zunächst eine Themensammlung gemacht, sie dient Dir als Basis für die wirklich wichtigen Fragen.

Aber vor diesem Herzstück geht es um die Zielgruppe, denn Du musst oftmals sicher stellen, dass Du Deine Zielgruppe befragst. Wenn Deine Seminarteilnehmer am Ende einer Veranstaltung einen Fragebogen erhalten und den vor Ort ausfüllen, man sich seiner Zielgruppe also sicher sein kann, ist dies nicht nötig!

Wenn aber zB Mittelständische Unternehmen befragt werden sollen und in den Unternehmen eine bestimmte Zielgruppe, dann müssen Frage zu Art des Unternehmens und zur Abteilung oder dem Tätigkeitsbereich des Befragten integriert werden. Das macht man am besten verdeckt, so dass Du selber im Anschluss die korrekten Zielpersonen auswählen kannst.

Im nächsten Teil des Fragebogens geht es dann tatsächlich um die Inhalte, dies ist ein sehr komplexes und spannendes Thema, das ich in anderen Artikeln ausführen werde. Weil das Thema am meisten Spaß macht, gehen sonst andere Aspekte wie die scheinbar öde Planung unter.

Der Abschluss kann aus soziodemographischen Fragen oder Fakten zum Unternehmen, die für Dich relevant sind, bestehen. Dinge wie Umsatz oder Einkommen sollten eher am Ende als am Anfang gefragt werden. Solche sensiblen Themen würden die Befragten zu Anfang eines Interviews skeptisch machen, da sie nicht wissen, was genau noch so an Fragen kommen wird.

In jedem Fall ist es empfehlenswert den eigenen Fragebogen akribisch durchzusehen bevor er in die Welt geschickt wird:

  • sind die Fragen für die Zielgruppe klar formuliert?
  • können alle Fragen beantwortet werden?
  • passen Fragen und Antworten zusammen?
  • sind Tippfehler korrigiert?

Es lohnt sich auch den Fragebogen vorab von anderen kritischen Menschen durchsehen zu lassen.

Die Ergebnisse

Klar sind die Ergebnisse ein wichtiger Baustein. Was soll mit den Ergebnissen passieren? Das ist eine Frage, die man sich schon im Vorwege beantworten sollte.

Wichtig ist außerdem zu überprüfen, ob die anvisierte Zielgruppe den Fragebogen ausgefüllt hat. Die kostenlosen Versionen der online Befragungstools bieten nicht die Möglichkeit bei den „falschen“ Leute vorab das Interview zu beenden, d.h. diese Daten können nur abschließend gelöscht werden. Auch konsequente Nicht-Antworter oder seltsame Antwort-Kombinationen sollte man ggf. löschen.

Wenn die Daten endlich „sauber“ sind, geht es an die Tabellen: brauchst Du das Total oder willst Du Dir auch Untergruppen ansehen, werden statistische Analysen benötigt? In einem weiteren Schritt geht es um die Darstellung: Grafiken, Charts, Interpretation, was auch immer gebraucht wird. Auch hier sollte übrigens alles akribisch kontrolliert werden …

Ergebnisse

Außerdem ist es empfehlenswert Resultate immer im Zusammenhang zu betrachten: wen hat man wo und in welchem Fragenkontext befragt? Zu schnell werden sonst Ergebnisse mutterseelenallein als Fakten präsentiert.

 

 

2 Comments

  1. Hallo Eva, Danke für Deinen gut strukturierten Artikel. Umfragen sind ein wichtiges Tool in fast jedem Unternehmensbereich. Ich nutze sie für Marketing-Analysen z.B. wenn es um Content-Erstellung für einzelne ZG geht. Und wichtig ist es eben, die richtigen Fragen zu stellen, denn diese beeinflussen maßgeblich die Qualität der Antwort. Viele Grüße Martina

  2. evapet

    Hallo Martina,

    danke für Dein Feedback. Du hast recht, denn leider führen auch „schlechte“ Fragen zu Ergebnissen, und man ist sich nicht bewusst, dass diese Resultate dann nichts taugen.

    Viele Grüße
    Eva

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